Ich mag Fußball nicht und ich lese keine Unterhaltungsromane. Ich will nicht unterhalten, sondern herausgefordert werden; ich will kämpfen gegen ein Buch, und es muss gut kämpfen, hart, präzise, intelligent. Ich will von der Welt nicht abgelenkt werden, ich will ihr ins Auge sehen, sie erkennen und sie besiegen.

(I don’t like football and I don’t read light novels. I don’t want to be entertained but challenged. I want to fight against a book, and it must fight well, hard, precise, intelligent. I don’t want to be distracted from the world, I want to confront it, I want to conquer it.)

Uwe Tellkamp: Der Eisvogel (2005)

Ich hasste Ironie, konnte sie nicht ausstehen, die Ironiker glauben an nichts, haben nichts, bezweifeln alles, tunken alles in die saure Sauce ihrer scheinbar mit einem Lächeln versüßten Skepsis, geben alles der Lächerlichkeit preis, sind aber im Grunde nur zynisch.

(I hated irony, I could not stand it, ironists believe in nothing, they have nothing, they doubt everything. They dip everything in the acidic sauce of their scepticism that they have seemingly sweetened with a smile. They ridicule everything but after all they are just cynical.)

Uwe Tellkamp: Der Eisvogel (2005)

Dass es Dinge gibt…

Dass es Dinge gibt, die man niemals nachholen kann, Gelegenheiten, die vorübergehen und nicht wiederkommen, (…) das ist etwas, das einen in die Nähe des Irrsinns treiben kann.

The fact that there are things that you can never catch up, opportunities that pass by and don’t come back –  that’s something that can drive you crazy. 

(Daniel Kehlmann, Beerholms Vorstellung)

Ist unser Gedächtnis so löchrig…

Ist unser Gedächtnis so löchrig, dass es bloß einige Augenblicke aus der davonfließenden Zeit filtern kann; oder besitzen wir tatsächlich nur selten und kurz die volle Kraft unserer Wahrnehmung? Was, wenn ich zurückblicke, bleibt denn wirklich?

Is our memory so full of holes that it can only filter out a few moments from the flowing of time? Or do we really have only rarely and briefly the full power of our perception? What remains truly when I look back?

(Daniel Kehlmann, Beerholms Vorstellung)